, Ingold Rolf

1st European Games Baku 2015 - mein dritter Tag: Dienstag, 23. Juni 2015

Hallo SCBU - hier ist Rufi von den JEM im Schwimmen in Baku an den 1. European Games!

Heut hat nun der Wettkampf begonnen. Und wie erwartet waren auch alle, Richter, Schwimmer, Trainer und Organisatoren leicht nervös. Schon früh nach der Richtersitzung habe ich mit meinen Kollegen und einer Kollegin Platz im First Call Room genommen. Wie schon erwähnt ist das ein Teil unseres Startordners. Zusammen mit meinem jungen Richter aus Aserbaidschan habe ich den Posten der Eingangskontrolle übernommen. Die anderen Kollegen haben die Prüfung der Ausrüstung, Schwimmbrille, Badekappen, Schwimmanzug, T-Shirts und alles was irgendwie Werbung tragen kann. Nur so ein Beispiel ihrer Arbeit: Werbung auf der Trinkflasche muss abgeklebt werden, sofern diese zum Start mitgenommen wird. Das gleiche gilt für Werbung auf den Badetücher und den Kopfhörern. Zurück zum Job von mir zusammen mit meinem Kollegen Ruslan Hatamkhavova: ja, ja versucht nur möglichst schnell diesen Namen zu lesen. Der ist noch heilig gegen alle das, was ich angetroffen habe. Also wir mussten die Schwimmer identifizieren und ihren Eingang in den Call Room auf der Startliste bestätigen, quasi Vollständigkeitskontrolle machen. Jetzt denkt man das sei eine einfache Arbeit. Weit gefehlt, da kommst du auf die Welt. Erstens drängeln alle, wir haben ja auch gleich mit 50m Strecken begonnen, was eh alles sehr beschleunigt. Aber eben da waren all die vielen äusserst schwierig zu lesenden Namen auf der Akkreditierung und der Startliste. Manchmal bin ich mir wie „finden sie die 10 Unterschiede“ vorgekommen. Es können von den Jungs auch sehr viele englisch, da kann man sie ja noch fragen, was sie schwimmen wollen, in welchem Rennen sie seine, in welchem Lauf, auf welcher Bahn. Dazu kommt die Erschwernis, dass auf der Akkreditierung zuerst die Vornamen und dann die Familiennamen aufgeführt sind. Auf der Startliste ist es dann gleich umgekehrt: und noch einmal, da heisst kein einziger Rufi Ingold. Aber zusammen haben wir es geschafft. Ruslan kann nebst aserbaidschanisch auch ukrainisch und russisch. Selbst einige Brocken türkisch haben uns weitergeholfen. Ich habe mich mit den anderen Sprachen beschäftigt und war froh, dass ich schon viel in Europa herumgekommen bin; das hat geholfen. Besonders die Polengirls hatten Freude an meinem „dzien dobry“! Am Nachmittag bei den Staffeln sind alle vier Mädchen an meinen Tisch gekommen und haben im Chor „dzien dobry“ geflötet – zur Belustigung der anderen Richter. Vom Wettkampf selber habe ich fast nichts mitbekommen. Zu sehr waren wir mit Namen suchen und zuteilen beschäftigt. Morgen aber ändert es, da habe ich den Job als Stroke Judge: Stilrichter. Die Geschichte vom Nachtessen in einer richtigen aserbaidschanischen Beiz erzäle ich später. Denn der Wettkampftag geht relativ lang, heute sind wir gerade um 21:00 Uhr im Hotel angekommen. Und nach dem Essen habe ich es noch geschafft, vor Mitternacht diese Zeilen zu schreiben. Nur so viel vorweg: gegessen haben wir natürlich draussen und das bei 30.3 Grad um 23 Uhr.
Liebe Grüsse in die Schweiz!