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1st European Games Baku 2015 - mein siebter Tag: Samstag, 27. Juni 2015

Ingold Rolf 27.06.2015

 

Hallo SCBU - hier ist Rufi von den JEM im Schwimmen in Baku an den 1. European Games!

Der letzte Wettkampftag ist angebrochen. Zeit um einmal auf die Leistungen sprechen zu kommen. Grundsätzlich finden sich die Schwimmresultate unter folgender Adresse:
http://www.baku2015.com/schedules-results/sport=sw/index.html?intcmp=sr-overview
Da kann nach Herzenslust herumgeklickt werden. In Ruhe können die Resultate studiert und mit den eigenen Leistungen verglichen werden. Man bedenke: es waren nur Junioren an diesen Europäischen Olympischen Spielen am Start. Die LEN (Ligue Européenne de Natation – Europäischer Schwimmverband) hat entschieden, an diesen Games je Sportart Junioren Europameisterschaften auszutragen. Dies weil im August in Kasan (RUS) die Weltmeisterschaften stattfinden werden und man nicht beide Wettkampfveranstaltungen gegeneinander ausspielen wollte. Also es waren europäischen Junioren und Juniorinnen im Wasser. Das heisst bei den Mädchen 15- und 16-jährige und bei den Knaben 17- und 18-jährige. Mit dem Altersunterschied Mädchen zu Knaben will man die biologische Entwicklung in Bezug auf das Leistungsvermögen des jugendlichen Schwimmers kompensieren. Ich meine das ist nicht mehr ganz so gegeben. Die Mädchen sind deutlich schwächer als die Jungs, was sich besonders deutlich bei den Mixed-Staffeln (2 Mädchen und 2 Knaben) bemerkbar machte. Die Leistungen der Mädchen waren aber allesamt sehr brillant und zum Teil im Vergleich zur absoluten Weltspitze vielleicht sogar etwas näher dran als bei den Knaben. Bei ihnen sieht man, dass es zwar bereits sehr kräftige gut gebaute Schwimmer gibt, der wirkliche Kraftzuwachs aber noch nicht stattgefunden hat. Die Differenzen zu den Weltklasseleistungen sind in diesem Alter bei ihnen noch etwas grösser. Auffallend sind bei Mädchen wie bei den Jungs die Russen und Engländer. Beide Nationalhymnen kann ich mittlerweile vorwärts und rückwärts pfeifen. Beide Nationen räumen wirklich ab, besonders die Russen. Daneben erreichen Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, die Niederlande, Ukraine und Litauen Medaillen bzw. all diese Nationen mindestens je eine Goldene. Besonders beeindruckt war ich sicher von den beiden Junioren Weltrekorde, einmal über 100 Delfin bei den Herren in 52.13 von Pakhomov Daniil (RUS) und von Astashkina Maria (RUS) über 200 Brust in 2:23.06. Aber auch zum Beispiel die 100 Rücken der 15-jährigen Egorova Polina (RUS) in 1:01.97 (wenn wir das vergleichen mit unseren Leistungen) und so gibt es noch eine Vielzahl die hier erwähnenswert sind und aufgeführt werden können. Aber schaut selber nach und stöbert in der Baku-Seite herum. Und die Schweizer? Nun, das kann leider nicht gerade viel Gutes berichtet werden. Auch da schaut nach und macht euer Urteil. Ich bin von den Leistungen sehr enttäuscht, wenn man weiss mit welchen Mitteln sie gefördert werden. Vielleicht bin ich zu hart, aber ich würde es als absolut ungenügend betiteln. Die Krone waren sicher auch noch die drei Disqualifikationen. Ja ihr habt richtig gelesen: drei Disqualifikationen. Beide Schweizer im 100 m Brustrennen mit Delfinkicks bei der Wende (entweder Kick zur Wende oder dann zwei Kicks nach der Wende) und heute noch bei der 4x 100 Lagenstaffel derselbe, ja selbe Brustschwimmer wieder mit zwei Delfinkicks nach der Wende. Wo haben da die Profiheimtrainer nur ihre Augen! Die Schweizer sind eine liebe und freundliche Mannschaft, kein Zweifel und sicher auch willig. Aber das alleine genügt nicht um an der europäischen Spitze mitmischen zu können. Da sind wir zum Teil Welten davon entfernt. Tja, so habe ich persönlich wieder einmal viel gesehen und dazu gelernt und werde versuchen dies im SCBU einzubringen („macht euch gefasst!“). Es gäbe sicher noch vieles zu erzählen und zu berichten. Aber zuerst muss ich selber das Ganze verdauen und bei mir „büschele“!
Liebe Grüsse in die Schweiz!